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Kirsten Wiedemeyer: Gruppenraum

Familienstellen – was ist das?

Wo immer Menschen aufeinander treffen, entstehen Systeme. So sind wir alle eingebunden in die unterschiedlichsten Systeme, z. B. am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis. Wenn im Leben Probleme auftreten, wir an Grenzen stoßen, oder einfach nicht weiter wissen, macht es Sinn, in das System zu schauen, in dem das Problem auftritt bzw. erstmalig aufgetreten ist.

Das erste zentrale und wichtigste System ist die Familie, in die wir hineingeboren werden. Unsere Familien und ihre Mitglieder prägen uns auf eine ganz besondere Art, denn jedes Kind fühlt sich eng verbunden mit seinen Eltern, Großeltern und Geschwistern. Es ist aus Liebe bereit, alles zu tun, damit es diesem System und seinen Mitgliedern gut geht.

Diese Verbundenheit kann dazu führen, dass Kinder "Dinge" übernehmen, Verantwortungen für einen anderen tragen, weil dieser das nicht selbst tut oder tun kann. Das heißt, wenn z. B. eine Mutter jahrelang unter einer Krankheit leidet, so kann es passieren, dass das Kind sich für die Mutter sehr verantwortlich fühlt und diese Verantwortung schwer auf ihm lastet und sich auf sein Leben auswirkt.

Wir nennen dies eine "Verstrickung". Das passiert nicht bewusst oder gewollt, sondern auf einer tieferen Ebene, deshalb sind wir uns dieser Verstrickungen meist nicht bewusst! Im Erwachsenenalter kann es dann passieren, dass es immer wieder dieselben Problematiken und Themen gibt, die uns an unsere Grenzen bringen oder unangemessen reagieren lassen. Oft bemerken wir zwar, dass es da etwas gibt, was uns hemmt und belastet, können es aber nicht wirklich greifen. So kann es beispielsweise sein, dass jemand ganz tief in sich eine Trauer oder Traurigkeit spürt, die es ihm nicht möglich macht, ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen, obwohl die äußeren Bedingungen dafür durchaus gegeben sind.

Von außen wird dann vielleicht noch mit Unverständnis reagiert und zu der tiefen Traurigkeit kommen noch Schuldgefühle und Selbstzweifel! Wenn aber dieses Gefühl ein übernommenes Gefühl ist, also eigentlich zu einem anderen Mitglied des Systems gehört, dann gibt es eben keinen rationale Erklärung dafür, warum derjenige nicht endlich seinen ihm zustehenden guten Platz in seinem Leben einnehmen kann.

Das Familienstellen ist eine wunderbare, effektive Methode, sichtbar zu machen, welche Verstrickungen und Übernahmen es gibt, wo die Ordnung des Systems unterbrochen ist oder auch wo Krankheitssymptome eigentlich hingehören. Während einer Aufstellung können Verstrickungen aufgelöst und Ordnungen hergestellt werden. So kann tiefe Heilung auf der Seelenebene geschehen.


Was passiert an einem Aufstellungstag?

Eine Gruppe von 10 – 20 Personen trifft sich in einem geschützten Rahmen, um gemeinsam in vertrauensvoller Atmosphäre zu arbeiten. In der Regel gibt es 3 bis 5 Personen mit einem Anliegen, das bedeutet, dass diese eine Aufstellung wollen und das vorher angemeldet haben. Die restlichen Anwesenden sind „teilnehmende Beobachter“ und übernehmen evtl. Stellvertreterrollen.

Ich bespreche dann mit dem Klienten das Anliegen und seine Ziele. Danach wird festgelegt, was oder wer aufgestellt wird, z. B. das Herkunftssystem mit den Eltern und den Geschwistern. Der Klient sucht dann unter den "teilnehmenden Beobachtern" Stellvertreter für diese Personen aus und auch einen Stellvertreter oder Stellvertreterin für sich selbst. Falls jemand eine Rolle nicht übernehmen möchte, so kann er das selbstverständlich ablehnen und muss das auch nicht begründen.

Dann stellt der Klient die Stellvertreter ganz intuitiv im Raum auf, d. h. er fasst sie an den Schultern und sucht ganz seinem Gefühl folgend für jeden Stellvertreter einen Platz und führt ihn dort hin. Anschließend nimmt er im Stuhlkreis Platz und beobachtet die Aufstellung zunächst von außen – meinst kommt er erst ganz zum Ende selbst in seine Aufstellung. Die Stellvertreter beschreiben auf Nachfrage wie sie sich fühlen, was sie wahrnehmen und die Aufstellung nimmt geführt und sicher geleitet ihren Verlauf...

Das Aufstellungsbild ist nicht statisch, denn die Stellvertreter verändern intuitiv während des Aufstellungsprozesses ihre Positionen und den Bezug zueinander. Aus der räumlichen Anordnung und den sichtbarwerdenden Dynamiken ergeben sich im Lauf der Aufstellung neue Wahrnehmungen. Das ermöglicht, dass hemmende Muster oder belastende Verstrickungen innerhalb eines (Familien-) Systems erkennbar werden und verändert oder gelöst werden können.
Die dadurch entstehende heilsame Ordnung erleben meist alle Mitglieder des Systems als extrem entlastend und wohltuend...


Aufstellungen in der Einzelarbeit

Je nach Anliegen und Thematik können Aufstellungen auch in der Einzelarbeit gemacht werden. Dazu bietet sich die Möglichkeit das "Familienbrett" zu nutzen oder mit "Bodenankern" zu arbeiten. Beim "Familienbrett" werden Figuren stellvertretend für die einzelnen Personen aufgestellt und es lassen sich auch hier bestimmte Muster oder Dynamiken erkennen und lösen.

Die andere Möglichkeit ist "Bodenanker" zu nutzen. Dazu werden farbige Filzmatten stellvertretend für die ausgesuchten Personen auf dem Boden ausgelegt und der Klient geht selbst in die Stellvertreterpositionen, d.h. er stellt sich auf die einzelnen Matten und teilt seine Wahrnehmungen, Empfindungen und Bedürfnisse mit. In der Regel sind die Aufstellungen in der Einzelarbeit "etwas kleiner" als in der Gruppenarbeit, d.h. es gibt nicht so viele Personen bzw. Systemmitglieder die aufgestellt werden.

Das aber hat keine Aussage über die Qualität einer Aufstellung, denn dadurch, dass der Klient selbst die verschiedenen Stellvertreterrollen übernimmt, ist das ist für ihn meist sehr intensiv, tief und heilsam. Bei Fragen dazu oder wenn Sie einen Termin für eine Einzelaufstellung ausmachen möchten, wenden Sie sich bitte an mich!


Termine 2019

für die Gruppen-Seminare:

in Bruchhausen-Vilsen, in meinen Praxisräumen
Samstag 02.02.2019
Samstag 04.05.2019
Samstag 31.08.2019
Samstag 16.11.2019

in Bremen/Findorff, Plantage 13 im Yoga-Garten
Samstag 30.03.2019
Samstag 29.06.2019
Samstag 28.09.2019
Samstag 30.11.2019

Zeiten:
In Bruchhausener-Vilsen Beginn 11 Uhr
In Bremen Beginn 13 Uhr

Für die Gruppentermine bitte mitbringen

  • dicke Socken oder Hausschuhe
  • evtl. einen Pausensnack (Wasser und Tee vorhanden)
  • Seminarkosten im verschlossenen Umschlag

Anmeldung

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich – rufen Sie mich dazu bitte an oder nutzen Sie das Kontaktformular. Es ist notwendig dass die Teilnehmer der Seminarleitung persönlich bekannt sind, ansonsten muss ein Vorgespräch stattfinden! Die Teilnahme erfolgt eigenverantwortlich und kann keine Therapie oder ärztliche Behandlung ersetzten. Bei Rücktritt bis 4 Wochen vor dem Seminartermin entstehen keine Kosten. Bis 14 Tage vor dem Termin stelle ich 50% des Betrages in Rechnung. Danach wird die gesamte Gebühr fällig, wenn kein Ersatzteilnehmer gestellt werden kann.

Die Wahrheit ist selten so oder so. Meistens ist sie so und so! (Geraldine Chaplin)